Sechs Jahre nach meiner ersten Japan-Reise und vier Jahre nach meinem zweiten Besuch ging es im Juni 2019 erneut nach Japan.Dieses Mal jedoch nicht allein, sondern gemeinsam mit meiner damaligen Freundin. Tokyo war inzwischen kein unbekanntes Abenteuer mehr. Viele Orte kannte ich bereits von frĂĽheren Reisen. Doch genau das machte diese Reise besonders: Statt nur die bekannten SehenswĂĽrdigkeiten abzuhaken, blieb mehr Zeit fĂĽr AusflĂĽge und neue EindrĂĽcke.
Tokyo – Vertraut und doch immer wieder faszinierend
Natürlich standen einige meiner persönlichen Klassiker erneut auf dem Programm. Asakusa, Odaiba, der Tokyo Skytree, der Kaisergarten und viele weitere Orte gehörten wieder zur Reise dazu. Manche Plätze besuchte ich bereits zum dritten Mal – und trotzdem entdeckte ich immer wieder neue Perspektiven. Tokyo besitzt diese besondere Fähigkeit, vertraut zu wirken und gleichzeitig nie langweilig zu werden.
Nikko – Leider mehr Regen als Aussicht
Einer der geplanten TagesausflĂĽge fĂĽhrte nach Nikko. Leider zeigte sich das Wetter an diesem Tag nicht von seiner besten Seite. Regen begleitete den gesamten Besuch und machte das Fotografieren schwierig.Trotzdem blieb der Eindruck einer beeindruckenden Region voller Geschichte und Natur.
Hakone – Der Fuji versteckt sich
Ein weiteres Highlight sollte Hakone werden. Die Fahrt zur berühmten 5. Station des Fuji gehörte zu den Dingen, die schon lange auf meiner Wunschliste standen. Doch wie so oft in Japan entschied das Wetter anders. Die Wolken hingen tief und die Spitze des Fuji blieb verborgen. Dennoch war der Ausflug ein Erlebnis. Die anschließende Schifffahrt auf dem Ashi-See, die Berglandschaft und die besondere Atmosphäre Hakones machten den Tag unvergesslich. Und zum Abschluss folgte meine erste Fahrt mit dem Shinkansen zurück nach Tokyo – ein Erlebnis, das für viele Japan-Reisende einfach dazugehört.
Katzen, Samurai und Geschichte
Zu den neuen Orten dieser Reise gehörten auch zwei Tempel, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Gōtoku-ji mit seinen unzähligen Maneki-neko-Figuren war ein faszinierender Ort und zeigte eine verspielte Seite Japans. Der Sengaku-ji dagegen erzählt die Geschichte der berühmten 47 Rōnin und gehört zu den Orten, an denen Geschichte greifbar wird.
Ein Tag im Disneyland
Auch ein Besuch im Tokyo Disneyland durfte nicht fehlen. Selbst wenn man sonst eher Tempel, Gärten und Städte besucht, besitzt Disneyland seinen ganz eigenen Charme und sorgte für einen abwechslungsreichen Tag während der Reise.
Zwischen Fantasie und ungewöhnlichen Begegnungen
Zu den besonderen Erlebnissen dieser Reise gehörte auch der Besuch des Ghibli Museums in Mitaka. Für Fans der Filme von Studio Ghibli ist dieser Ort etwas ganz Besonderes. Anders als viele moderne Museen steht hier nicht das Fotografieren im Mittelpunkt, sondern das Erleben. Liebevoll gestaltete Räume, originale Entwürfe und zahlreiche Details lassen die Welt von Hayao Miyazaki lebendig werden. Es war einer dieser Orte, an denen man merkt, wie viel Kreativität und Leidenschaft in der japanischen Kultur steckt.
Ein weiteres ungewöhnliches Erlebnis war der Besuch eines Eulen-Cafés. Während Tiercafés heute vielen Japan-Reisenden bekannt sind, war dies für mich damals eine völlig neue Erfahrung. Die Möglichkeit, diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, machte den Besuch zu einem der außergewöhnlicheren Programmpunkte der Reise. Gerade solche kleinen und unerwarteten Erlebnisse bleiben oft genauso lange in Erinnerung wie die großen Sehenswürdigkeiten.
RĂĽckblick
2019 war eine Reise zwischen Vertrautem und Neuem. Viele Orte kannte ich bereits aus früheren Jahren, gleichzeitig kamen mit Nikko, Hakone, dem Gōtoku-ji und dem Sengaku-ji neue Erinnerungen hinzu. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, wie sehr sich mein Blick auf Japan verändert hatte.
Während ich 2013 noch alles entdecken wollte, stand 2019 das bewusste Erleben im Vordergrund. Nicht mehr die Frage „Was muss ich sehen?“, sondern vielmehr „Was möchte ich erleben?“.Rückblickend bekommt diese Reise jedoch noch eine ganz andere Bedeutung.
Damals konnte niemand ahnen, was wenige Monate später passieren würde. Die Welt stand kurz vor einer Pandemie, die das Reisen für lange Zeit nahezu unmöglich machen sollte. So wurde diese Reise ungewollt zu meiner letzten Japan-Reise vor Corona. Als ich im Flugzeug zurück nach Deutschland saß, ging ich selbstverständlich davon aus, bald wieder nach Japan zurückzukehren. Dass daraus mehrere Jahre werden würden, hätte ich mir niemals vorstellen können.
Vielleicht ist genau deshalb die Reise von 2019 heute etwas Besonderes. Sie markiert das Ende einer Ära – bevor die Welt für eine Weile stillstand. Und umso schöner war es, Jahre später wieder nach Japan zurückkehren zu können.



















