Nach den ersten intensiven Tagen in Hiroshima ging es am 01.09. zunächst einmal raus aus der Stadt. Am nächsten Tag kehrte dann wieder genau das ein, was ich an Hiroshima inzwischen so mag: einfach treiben lassen, Straßenbahn fahren und Orte entdecken, die man nicht unbedingt auf dem klassischen Reiseplan findet.
Tag 5 – Ein Ausflug nach Okayama 🏯
Am 01.09. ging es mit dem Zug nach Okayama.
Der erste Anlaufpunkt war natürlich das Okayama Castle. Die schwarze Fassade hat der Burg ihren Spitznamen „Crow Castle“ eingebracht und bildet einen schönen Kontrast zu den vielen weißen Burgen Japans.
Direkt anschließend ging es in den Kōrakuen, einen der berühmtesten Landschaftsgärten Japans. Weite Rasenflächen, Teiche, kleine Wege und immer wieder schöne Blicke auf die Burg machen den Garten zu einem perfekten Ort zum Spazierengehen.
Danach blieb noch etwas Zeit, um Okayama selbst zu erkunden. Einfach durch die Stadt schlendern, hier und dort stehen bleiben und die Atmosphäre aufnehmen.
Am Abend ging es wieder zurück nach Hiroshima.
Aber auch dort war der Tag noch nicht ganz vorbei. Noch einmal ging es auf eine kleine Tour durch die Stadt – schließlich ist Hiroshima inzwischen ein Ort, an dem ich mich einfach gerne aufhalte.
Tag 6 – Straßenbahn fahren und Hiroshima treiben lassen 🚋
Der 02.09. war wieder einer dieser Tage, an denen ich bewusst keinen großen Plan hatte.
Zuerst ging es zum Hijiyama Park. Ich mag diesen Park einfach. Er bietet viel Grün, Ruhe und gleichzeitig eine schöne Aussicht über Hiroshima. Ein perfekter Ort, um entspannt in den Tag zu starten.
Danach hieß es eigentlich nur noch:
Einsteigen und schauen, wo die Hiroden mich hinbringt. 😄
Ich bin mit der Straßenbahn einfach ein bisschen durch Hiroshima gefahren, habe verschiedene Linien genutzt und dabei die Stadt beobachtet.
Unter anderem ging es bis zum Hafen.
Und dort hatte ich dann richtig Glück.
Eine kleine Straßenbahn-Zeitreise 🚋
Am Hafen begegnete mir tatsächlich der historische Wagen 1901.
Und noch besser: Ich konnte nicht nur einen Blick darauf werfen, sondern tatsächlich mitfahren.
Besonders spannend fand ich dabei, dem Fahrer direkt über die Schulter schauen zu können. So bekommt man einen ganz anderen Eindruck davon, wie der Straßenbahnbetrieb funktioniert.
Für jemanden, der sich ohnehin für Straßenbahnen und Eisenbahn interessiert, natürlich ein kleines Highlight. 😄
Mit der Astram zum Fudō-in
Danach ging es mit der Astram Line weiter zum Fudō-in.
Der Tempel gehört zu den historisch besonders bedeutenden Bauwerken Hiroshimas. Die heute erhaltene Kondō-Halle stammt aus der Muromachi-Zeit und ist das einzige Gebäude in Hiroshima, das als Nationalschatz dieser Epoche erhalten geblieben ist. Besonders beeindruckend: Der Tempel überstand den Atombombenabwurf von 1945 und steht bis heute.
Die Geschichte des Fudō-in reicht noch weiter zurück. Der Tempel war ursprünglich Teil des Netzwerks der sogenannten Ankoku-ji-Tempel und wurde später unter dem Einfluss von Ekei, einem mit den Mori und Toyotomi verbundenen Mönch, wieder aufgebaut. Die heutige Kondō-Halle soll ursprünglich um 1540 in Yamaguchi errichtet und später nach Hiroshima versetzt worden sein.
Gerade diese Kombination macht den Ort für mich so interessant: mittelalterliche Architektur, jahrhundertealte Geschichte und gleichzeitig ein direkter Bezug zur Geschichte Hiroshimas.
Von der Astram-Haltestelle Fudoin-mae ist der Tempel außerdem nur wenige Minuten zu Fuß entfernt.
Danach ging es wieder zurück ins Hotel.
Einfach Hiroshima genießen ❤️
Der heutige Tag war eigentlich genau das, was ich mir von dieser Reise gewünscht hatte.
Keine große Sehenswürdigkeiten-Liste.
Kein Zeitdruck.
Einfach Straßenbahn fahren, einen Park besuchen, einen historischen Tempel entdecken und zwischendurch schauen, was passiert.
Hiroshima kenne ich inzwischen so gut, dass ich nicht mehr das Gefühl habe, ständig etwas „machen“ zu müssen.
Ich kann einfach durch die Stadt laufen und sie genießen.
Und genau dieses Gefühl macht Hiroshima für mich inzwischen zu einem ganz besonderen Ort in Japan. 🇯🇵📸🚋




















