13.09. – Eine letzte Mission und ein verpasster Baseballabend
Der 13. September begann noch einmal ganz klassisch mit einem Ausflug nach Odaiba.
Ein letzter Besuch beim großen Gundam durfte natürlich nicht fehlen. Schließlich soll er bald vollständig abgebaut werden. Den Kopf hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits verloren – ein ziemlich ungewohnter Anblick für einen riesigen Roboter. 😄
Also ging es noch einmal hin, um ihm den letzten Gruß zu geben.
Danach stand noch eine kleine Nebenquest auf dem Programm. Wieder musste eine geheime Besorgung erledigt werden. Was genau, bleibt natürlich weiterhin unter Verschluss.
Ein Ninja verrät schließlich nicht alle seine Aufträge. 🥷
Die Mission wurde erfolgreich abgeschlossen und eigentlich war der weitere Tagesplan auch schon klar:
Über Akihabara zurück zum Hotel und anschließend zum Baseball.
Eigentlich.
Aber wie das Leben so spielt, hatte ich noch eine Verabredung. Und diese dauerte dann doch etwas länger als ursprünglich geplant.
Damit war der Baseballabend leider Geschichte.
Zumindest fast.
Denn auch wenn das Spiel ausfallen musste, war der Abend trotzdem richtig schön. Manchmal sind es eben nicht die perfekt durchgeplanten Programmpunkte, die einen Tag besonders machen, sondern die Dinge, die sich spontan ergeben.
Und so wurde aus dem geplanten Baseballabend einfach ein anderer, aber nicht weniger schöner Abend.
14.09. – Chillen, Abschied und ein Sieg zum Ende
Der letzte vollständige Tag in Japan.
Und diesmal stand wirklich nicht mehr viel auf dem Programm.
Ich hatte keine große Liste mehr abzuarbeiten und auch nicht mehr das Bedürfnis, unbedingt noch irgendeine Sehenswürdigkeit sehen zu müssen.
Also ging es einfach noch einmal hierhin und dorthin.
Ein bisschen durch Tokyo laufen.
Ein bisschen schauen.
Vielleicht noch etwas einkaufen.
Und ansonsten einfach die letzten Stunden genießen.
Nach den vielen Wochen unterwegs merkte ich deutlich, dass die Energie langsam weniger wurde. Deshalb war dieser ruhige Tag genau richtig.
Am Abend ging es dann aber doch noch einmal zum Baseball.
Und was soll ich sagen?
Wie die Reise mit einem Sieg begonnen hatte, so endete sie auch mit einem Sieg der Carp.
Besser hätte man das Drehbuch eigentlich nicht schreiben können.
Nach all den Spielen, den Emotionen, den Niederlagen und den Begegnungen gab es zum Abschluss noch einmal einen Sieg für Hiroshima. Genau so darf eine Baseballreise enden. 😄
Und damit war auch der letzte Abend in Japan gekommen.
Fazit – War das Japan 2026 oder doch noch nicht?
Wenn ich auf diese Reise zurückblicke, bleibt vor allem ein Gefühl:
Es war genau die richtige Art zu reisen.
Nicht jeden Tag einen festen Plan haben.
Nicht ständig von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen.
Nicht das Gefühl, möglichst viel sehen zu müssen.
Sondern einfach ankommen, loslaufen und schauen, was der Tag bringt.
Hiroshima war dabei der vertraute Teil der Reise. Eine Stadt, die sich inzwischen fast wie ein zweites Zuhause anfühlt.
Toyohashi war der bewusste Schritt in eine andere Richtung. Eine kleinere Stadt, wenig Tourismus, japanische Schilder, japanische Ansagen und ganz normaler Alltag. Genau das hatte ich mir erhofft.
Atami brachte Meer, Berge, Geschichte und wieder eine ganz andere Atmosphäre.
Und Tokyo war am Ende nicht mehr das große unbekannte Reiseziel, sondern ein Ort, an dem ich mich inzwischen ebenfalls erstaunlich gut auskenne.
Gerade deshalb konnte ich dort einfach treiben lassen.
Weniger müssen, mehr erleben
Früher bin ich nach Japan gereist, um Japan zu sehen.
Heute reise ich nach Japan, um Japan zu erleben.
Das klingt vielleicht nach einem kleinen Unterschied, ist für mich aber eigentlich eine ziemlich große Veränderung.
Ich brauche nicht mehr jeden berühmten Ort auf meiner Liste.
Ich freue mich inzwischen genauso über eine kleine Straßenbahn, ein unscheinbares Viertel, einen ruhigen Park, ein Museum, eine zufällige Begegnung oder einen Nachmittag am Strand.
Und genau diese Reise hat mir gezeigt, dass diese Art des Reisens einfach zu mir passt.
Ich möchte in Zukunft noch viel öfter kleinere Städte besuchen. Orte, die nicht unbedingt auf jeder internationalen Reiseroute stehen, aber ihren ganz eigenen Charakter haben.
Orte, an denen man nicht nur zu Besuch ist, sondern für ein paar Tage einfach ein kleines Stück Alltag erleben kann.
Das ist für mich inzwischen mindestens genauso spannend wie die großen Sehenswürdigkeiten.
Ein bisschen Wehmut bleibt
Natürlich fällt der Abschied schwer.
Nach mehreren Wochen Japan wieder den Koffer zu packen, fühlt sich jedes Mal ein bisschen falsch an.
Man gewöhnt sich an die Bahnhöfe, die Geräusche, die Ansagen, das Essen, die Straßen, die kleinen Läden und daran, dass irgendwo immer noch ein Zug fährt.
Und irgendwann fühlt sich das alles so vertraut an, dass man sich fragt, warum man eigentlich wieder zurückfliegen muss.
Auch diesmal bleibt dieses Gefühl.
Ein bisschen Wehmut.
Ein bisschen Müdigkeit.
Und sehr viele Erinnerungen.
Aber gleichzeitig ist da auch Hoffnung.
Denn Japan ist für mich längst kein einmaliger Traum mehr, den ich irgendwann abhaken wollte.
Japan ist ein Traum, zu dem ich immer wieder zurückkehren möchte.
Vielleicht irgendwann für länger.
Vielleicht irgendwann nicht mehr nur für ein paar Wochen.
Und bis dahin bleibt die Vorfreude auf die nächste Reise.
Japan 2026 – oder doch noch nicht?
Also:
War das jetzt Japan 2026?
Oder doch noch nicht?
Eigentlich ist die Antwort ziemlich einfach:
Die Reise ist vorbei. Der Traum aber nicht.
Japan bleibt für mich ein zweites Zuhause. Ein Ort, an dem ich mich wohlfühle, an dem ich immer wieder Neues entdecke und an den ich zurückkehren möchte.
Die nächste Reise wird vielleicht wieder ganz anders aussehen.
Vielleicht noch kleinere Städte.
Vielleicht andere Regionen.
Vielleicht wieder Hiroshima.
Vielleicht Tokyo.
Vielleicht etwas, das heute noch gar nicht auf meinem Plan steht.
Aber genau das ist inzwischen das Schöne daran.
Ich muss noch nicht wissen, wohin es geht.
Ich weiß nur, dass ich wieder hinmöchte.
Bis zum nächsten Mal, Japan.
またね。 🇯🇵
Und wer weiß:
Vielleicht heißt es beim nächsten Mal nicht mehr nur „Japan 2027“.
Vielleicht heißt es irgendwann einfach:
„Ich bin wieder da.“























