Tag 14–16 – Tokyo, Regen und die letzten Tage der Reise

10.09. – Von Atami nach Tokyo

Am 10. September ging es von Atami mit dem Shinkansen weiter nach Tokyo.

Damit war das letzte Ziel meiner Reise erreicht.

Und wie schon in Hiroshima gilt auch hier:

Nichts muss, alles kann.

Tokyo kenne ich inzwischen sogar noch besser als Hiroshima. Ich war schon mehrfach hier, habe viele Ecken gesehen und muss deshalb nicht mehr unbedingt irgendwelche Sehenswürdigkeiten abarbeiten.

Keine festen Pläne.

Keine großen Ziele.

Einfach schauen, was passiert.

Na gut, eine kleine geheime Mission gab es dann doch.

Ich musste eine besondere Mission erledigen. Was genau, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Schließlich muss eine geheime Mission auch geheim bleiben. 😄

Also ging es nach Asakusa und Ueno.

Zwei Gegenden, die ich von früheren Reisen bereits sehr gut kenne. Dadurch konnte ich die Mission wunderbar mit ein bisschen Sightseeing und Nostalgie verbinden.

Durch Asakusa zu laufen, ist für mich inzwischen fast wie ein Besuch bei alten Bekannten. Manche Orte verändern sich, andere sehen noch genauso aus wie früher. Und während ich durch die Straßen gelaufen bin, kamen natürlich auch Erinnerungen an meine ersten Japanreisen wieder hoch.

Die Mission wurde übrigens erfolgreich abgeschlossen.

Der Auftraggeber kann zufrieden sein.

Der Ninja hat geliefert. 🥷

Damit konnte ich den ersten Tag in Tokyo entspannt ausklingen lassen.


11.09. – Regen, Museum und ein bisschen Deutschland

Das Wetter in Tokyo meinte es leider nicht besonders gut mit mir.

Regen.

Und nicht gerade wenig.

Dazu waren es nur ungefähr 21 Grad. Nach den warmen Tagen zuvor fühlte sich das schon fast kalt an.

Also wurde der Tag etwas ruhiger angegangen und eher nach Aktivitäten gesucht, bei denen man nicht die ganze Zeit draußen unterwegs sein musste.

Mein Ziel war das Edo-Tokyo Museum.

Das Museum war während meiner früheren Reisen lange wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Am 31. März 2026 wurde es nach rund vier Jahren umfangreicher Modernisierung wiedereröffnet.

Und was soll ich sagen?

Es ist wirklich richtig schön geworden.

Eigentlich war das Museum schon früher eines meiner Favoriten in Tokyo. Die Geschichte der Stadt, die Entwicklung von Edo zu Tokyo und die vielen Modelle und Ausstellungsstücke haben mir immer gefallen.

Nach der Renovierung wirkt das Ganze aber noch einmal moderner und liebevoller gestaltet. Neue Inszenierungen, große Modelle und interaktive Elemente machen es noch einfacher, in die Geschichte der Stadt einzutauchen.

Ich kann das Museum wirklich jedem empfehlen.

Auch wer schon einmal dort war, sollte sich überlegen, noch einmal hinzugehen. Für mich hat es sich jedenfalls absolut gelohnt.

Danach bin ich noch ein bisschen durch verschiedene Stadtteile gezogen. Ohne großes Ziel, einfach mit offenen Augen durch Tokyo.

Und am Abend gab es dann einen kleinen kulturellen Wechsel:

Oktoberfest im Shiba Park.

Mitten in Tokyo plötzlich deutsche Musik, deutsches Essen und natürlich Bier.

Schon irgendwie verrückt.

Man reist um die halbe Welt und landet am Ende auf einem Oktoberfest. 😄

Aber genau solche kleinen Kontraste machen eine Reise doch interessant.


12.09. – Kamakura, Enoshima und langsam weniger Energie

Auch am 12. September sah das Wetter nicht wirklich besser aus.

Und langsam merkte ich, dass die Kraft nach den vielen Wochen unterwegs etwas nachließ.

Ich war schon den ganzen Morgen müde, kam nicht richtig in Schwung und hatte ehrlich gesagt nicht mehr die Energie für ein großes Programm.

Also wurde spontan entschieden:

Kamakura und Enoshima.

Die Ecke zwischen Fujisawa, Enoshima und Kamakura mag ich einfach sehr. Dort fühlt sich Tokyo plötzlich weit weg an. Es gibt das Meer, kleine Straßen, die Bahnlinien und diese besondere Mischung aus Küste, Alltag und japanischer Nostalgie.

Ich bin ein bisschen am Strand spazieren gegangen und habe die Gegend einfach auf mich wirken lassen.

Eigentlich wollte ich bei dieser Gelegenheit auch mit dem neuen Zug der 7000er-Baureihe der Enoden fahren.

Leider hatte ich damit kein Glück.

Der Zug war nicht im Einsatz, sondern stand zur Wartung in der Werkstatt.

Also wieder kein Erfolg. 😄

Aber auch das gehört zu solchen Reisen dazu. Man kann nicht alles planen und manchmal wartet das gewünschte Fahrzeug eben genau dann in der Werkstatt, wenn man selbst vorbeikommt.

Nach dem kleinen Ausflug ging es wieder zurück nach Tokyo und ins Hotel.

Die letzten beiden Tage wollen schließlich noch genossen werden.

Morgen steht wieder Baseball auf dem Programm.

Und wenn ich am Montag noch Lust und „Zeit“ habe, vielleicht sogar noch einmal.

Aber das sehen wir dann.

Jetzt heißt es erst einmal:

Energie sammeln.

Denn auch wenn Tokyo sich inzwischen vertraut anfühlt, ist eine Reise durch Japan nach mehreren Wochen doch irgendwann spürbar.

Und vielleicht ist es genau deshalb schön, dass die letzten Tage nicht mehr komplett durchgeplant sind.

Ein bisschen Baseball.

Ein bisschen Tokyo.

Und ansonsten einfach schauen, was noch passiert.