Tag 7–9 – Abschied von Hiroshima und weiter nach Toyohashi

03.09. – Einfach wieder Hiroshima

Der 3. September war wieder einer dieser Tage, an denen ich eigentlich gar keinen großen Plan hatte.

Und genau das ist mittlerweile das Schöne an Hiroshima.

Ich kenne die Stadt inzwischen so gut, dass ich nicht mehr das Gefühl habe, ständig irgendwohin zu müssen. Also ging es zunächst zum Shukkeien, einem der schönen historischen Gärten der Stadt. Danach bin ich einfach Richtung Burg gelaufen und habe mich wieder ein bisschen durch Hiroshima treiben lassen.

Kein großes Programm. Keine lange Liste an Sehenswürdigkeiten.

Einfach laufen, schauen, fotografieren und zwischendurch auch mal wieder zurück ins Hotel.

Denn ja – auch das gehört für mich inzwischen zu einer Japanreise dazu: einfach mal faul sein. 😄

Nach den vielen Tagen unterwegs tut es tatsächlich gut, ein paar Stunden im Hotel herumzuliegen und nichts zu machen.

Am Abend bin ich dann noch einmal mit der Kamera losgezogen. Ein paar Bilder von Hiroshima bei Abendlicht mussten schließlich noch sein.

Es war ein ruhiger Tag.

Und genau deshalb ein richtig guter.


04.09. – Regen, Kure und noch einmal Baseball

Der letzte komplette Tag in Hiroshima begann mit Regen.

Also genau das Wetter, bei dem man sich über ein Museum freut. 😄

Ich bin deshalb noch einmal nach Kure gefahren und habe dort das 海上自衛隊呉史料館「てつのくじら館」, das JMSDF Kure Museum, besucht.

Schon von außen ist das Museum ziemlich beeindruckend, denn vor dem Gebäude liegt das echte U-Boot „Akishio“. Im Museum selbst geht es unter anderem um die Geschichte der japanischen maritimen Selbstverteidigung und besonders um die Minenräumung. Gerade dieser Teil war für mich überraschend interessant.

Es gibt viele Ausstellungsstücke, technische Informationen und Einblicke in eine Aufgabe, über die man im normalen Japanurlaub wahrscheinlich eher selten stolpert.

Und das Coolste?

Der Eintritt ist kostenlos.

Für ein Museum dieser Größe und mit einem echten U-Boot als Ausstellungsstück ist das schon ziemlich bemerkenswert.

Danach ging es wieder zurück nach Hiroshima.

Denn am Abend stand noch einmal Baseball auf dem Programm.

Und was soll ich sagen?

Regen, Baseball, die Carp und wieder jede Menge Emotionen.

Dazu Begegnungen und Momente, die man vorher einfach nicht planen kann.

Genau dafür liebe ich solche Tage.

Man geht zu einem Spiel und kommt am Ende mit viel mehr Erinnerungen nach Hause als nur mit dem Ergebnis auf der Anzeigetafel.


05.09. – Abschied von Hiroshima

Und dann war er plötzlich da:

Der Moment, vor dem ich mich schon ein bisschen gedrückt hatte.

Abschied von Hiroshima.

Nach einer Woche in dieser Stadt hieß es heute Morgen Koffer packen, zum Bahnhof und weiter Richtung Osten.

Hiroshima → Toyohashi.

Und damit beginnt jetzt ein komplett anderer Teil meiner Reise.

Toyohashi liegt mitten an der historischen Tōkaidō und ist keine Stadt, die weltweit für eine Handvoll großer Sehenswürdigkeiten bekannt ist.

Und genau deshalb bin ich hier.

Ich möchte hier nicht von einer berühmten Sehenswürdigkeit zur nächsten laufen.

Ich möchte einfach Japan erleben.

Ein bisschen Stadt. Ein bisschen Geschichte. Züge und Straßenbahnen. Kleine Dinge, die man vielleicht nicht einmal in jedem Reiseführer findet.

Natürlich gibt es auch in Toyohashi eine Burg – beziehungsweise das, was von der früheren Burganlage geblieben ist. Sie ist deutlich kleiner als die großen bekannten Burgen Japans, aber gerade dadurch gefällt sie mir.

Auch die Stadt selbst wirkt im Vergleich zu Hiroshima sehr überschaubar.

Und ja, eine Straßenbahn gibt es hier ebenfalls. 😄

Aber nein – die Straßenbahn ist tatsächlich nicht der Hauptgrund, warum ich hier bin.

Sie ist eher ein sehr angenehmer Bonus.

Die nächsten zwei Tage werde ich also einfach schauen, was passiert.

Kein großes Pflichtprogramm.

Keine Bucket List.

Einfach ein bisschen treiben lassen und herausfinden, was Toyohashi für mich bereithält.

Nach Hiroshima fühlt sich das gerade genau richtig an.

Und vielleicht ist genau das mittlerweile meine liebste Art, Japan zu bereisen.