06.09. – Ein Park, der viel größer ist als erwartet
Nach dem ersten Tag in Toyohashi ging es heute in den Nonhoi Park.
Und was soll ich sagen?
Der Park ist der Wahnsinn.
Ich wusste vorher ungefähr, was mich erwartet, aber dass hier tatsächlich so viel zusammenkommt, hatte ich dann doch nicht erwartet. Eigentlich sind es gleich mehrere Parks in einem: Zoo, botanischer Garten, Naturkundemuseum und sogar ein kleiner Vergnügungspark gehören zum Gelände.
Und das alles für gerade einmal 600 Yen Eintritt.
Viel zu billig!
Ich habe mehrere Stunden damit verbracht, einfach alles zu erkunden. Besonders die Pflanzenwelt hat es mir angetan. Das große Gewächshaus ist wirklich der Hammer. Dort hätte ich allein schon ewig bleiben können.
Überhaupt macht es einfach unglaublich viel Spaß, durch den Park zu laufen. Es gibt ständig wieder etwas Neues zu entdecken und genau das mag ich an solchen Orten. Kein hektisches Abarbeiten einer Liste, sondern einfach schauen, was hinter der nächsten Ecke kommt.
Und genau solche Erlebnisse sind auch ein Grund, warum ich Toyohashi für diese Reise ausgesucht habe.
Hier bin ich nicht, weil es eine weltberühmte Sehenswürdigkeit gibt, die ich unbedingt abhaken möchte.
Ich bin hier, um Japan zu erleben.
Und das funktioniert hier tatsächlich ziemlich gut.
Touristenmassen? Fehlanzeige.
Englische Schilder an jeder Ecke? Ebenfalls Fehlanzeige.
Stattdessen japanische Ansagen, japanische Schilder und vor allem Menschen, die hier einfach ihrem normalen Alltag nachgehen.
Genau das wollte ich.
Japan einmal außerhalb der großen Ballungszentren erleben – nicht nur Tokyo, Osaka oder Hiroshima, sondern eine Stadt, in der der Tourismus eben nicht alles bestimmt.
Und bisher gefällt mir genau das richtig gut.
Leider machte mir später wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Der Regen wurde immer stärker. Eigentlich wollte ich noch nach Matsumoto beziehungsweise in die Gegend von „Neo Tokyo-3“ aus Neon Genesis Evangelion, um dort ein bisschen herumzustöbern.
Aber irgendwann war klar:
Das wird heute nichts mehr.
Also zurück ins Hotel.
Manchmal ist der beste Reiseplan eben der, den man wegen des Wetters einfach wieder verwirft. 😄
07.09. – Toyokawa, Takeshima und wieder einmal der Regen
Der Regen vom Vortag hatte zum Glück deutlich nachgelassen.
Die Wettervorhersage sah allerdings weiterhin ziemlich übel aus. Sehr hohe Regenwahrscheinlichkeit und sogar mögliche Unwetter.
Also wurde heute spontan entschieden:
Wir schauen einfach mal, was geht.
Erster Halt war Toyokawa Inari.
Und das war definitiv eine gute Entscheidung.
Toyokawa Inari ist nämlich eigentlich gar kein klassischer Shintō-Schrein, auch wenn der Name und die unzähligen Fuchsdarstellungen genau diesen Eindruck vermitteln. Der offizielle Name lautet Myōgon-ji, und es handelt sich um einen Tempel der Sōtō-Zen-Schule. Verehrt wird dort unter anderem die Schutzgottheit Toyokawa Dakini Shinten, die traditionell auf einem weißen Fuchs dargestellt wird. Genau daraus entwickelte sich der Name „Toyokawa Inari“.
Die Anlage ist riesig und hat eine ganz eigene Atmosphäre.
Besonders beeindruckend ist die Reikozuka. Dort stehen ungefähr 1.000 Fuchsstatuen, die von Gläubigen als Dank für erfüllte Gebete gestiftet wurden.
Ich bin einfach durch die Anlage gelaufen, habe mir die verschiedenen Bereiche angeschaut und natürlich jede Menge fotografiert.
Eigentlich hätte Toyokawa Inari schon für den Tag gereicht.
Aber das Wetter hielt noch.
Also ging es spontan weiter Richtung Gamagori – genauer gesagt nach Takeshima.
Und auch das war wieder ein richtig schöner kleiner Ausflug.
Takeshima ist eine kleine Insel direkt vor der Küste von Gamagori und über eine 387 Meter lange Brücke mit dem Festland verbunden. Auf der Insel befindet sich der Yaotomi-Schrein, der unter anderem den Göttern für Glück, gute Beziehungen und eine glückliche Geburt gewidmet ist. Die gesamte Insel ist außerdem aufgrund ihrer besonderen Pflanzenwelt als nationales Naturdenkmal Japans geschützt.
Schon der Weg über die Brücke ist schön.
Und auf der Insel selbst führt ein Rundweg durch die grüne Landschaft und entlang der Küste.
Wieder so ein Ort, den ich wahrscheinlich auf keiner klassischen „Top 10 Japan“-Liste gesucht hätte.
Und genau deshalb gefällt er mir.
Denn genau das ist es, was ich mir von Toyohashi und der Umgebung erhofft hatte.
Keine Touristenmassen.
Keine englischen Hinweisschilder an jeder Ecke.
Keine Sehenswürdigkeit, die von Instagram und TikTok überrannt wird.
Stattdessen japanischer Alltag.
Japanische Ansagen.
Japanische Schilder.
Menschen, die hier einfach leben.
Und genau dieses Gefühl hatte ich in den letzten Tagen immer wieder.
Japan außerhalb der großen Ballungszentren.
Nicht das Japan, das man unbedingt gesehen haben muss, sondern das Japan, in dem Menschen einfach wohnen, arbeiten, einkaufen und ihren Alltag leben.
Nach Takeshima ging es zurück nach Toyohashi. Erst einmal etwas essen und dann kam der Gedanke:
Okay, jetzt könnte ich noch ein bisschen durch die Stadt laufen oder vielleicht noch ein bisschen Straßenbahn fahren.
Der Gedanke hielt ungefähr so lange, bis draußen wieder die Schleusen aufgingen.
Regen.
Und zwar richtig.
Also lieber zurück ins Hotel, trocken bleiben und entspannen, anstatt komplett durchnässt durch Toyohashi zu laufen.
Auch das gehört inzwischen zu meiner Reise dazu.
Nicht jeden Plan durchziehen müssen.
Einfach akzeptieren, dass Japan manchmal entscheidet, was heute passiert. 😄
Morgen geht es weiter
Und damit neigt sich auch mein kleiner Aufenthalt in Toyohashi schon wieder dem Ende entgegen.
Morgen heißt es:
Toyohashi → Atami.
Atami wird mein letzter Stopp vor Tokyo sein.
Nach den ruhigen Tagen hier bin ich gespannt, was mich dort erwartet.
Toyohashi hat mir jedenfalls genau das gegeben, was ich mir von diesem Teil der Reise erhofft hatte:
Ein bisschen Geschichte, ein bisschen Natur, Züge und Straßenbahnen – aber vor allem Alltag.
Und vielleicht ist genau das inzwischen eine meiner liebsten Arten, Japan zu bereisen.
Nicht immer auf der Suche nach dem nächsten großen Highlight.
Sondern einfach irgendwo ankommen, aus dem Bahnhof laufen und schauen, wie sich der Ort anfühlt.





























